Chris von Rohr

Seit wann seit ihr zusammen unterwegs?
Seit bald 40 Jahren, eine lange Zeit mit ups und downs.

Wie kam es zum Bandname «Krokus»?
Ich befand mich gerade auf einer Jurasüdfusswanderung mit dem Gitarristen und sah diese violette Blume aus dem Schnee gucken. Das war der Urkrokus! Er guckte uns an und sagte: hier bin ich, pflückt mich! Und das taten wir dann auch. Wir wollten etwas, das nach Rock klang.

Ihr seid die bekannteste Rock-Band der Schweiz. Wie geht man mit diesem riesen Erfolg um?
Die Zeiten des Abhebens sind vorbei. Wir haben alle erkannt, dass man am besten dabei bleibt, das zu tun was man schon vor dem Erfolg immer getan hat, nämlich hart arbeiten, drannbleiben, sich nicht «einlullen» lassen von Beratern, Anwälten und sonstigem dubiosen Gesindel. Einfach Musik machen und die falschen Schulterklopfer nach Hause schicken.

Habt ihr euch schon einmal mit dem Gedanken auseinander gesetzt aufzuhören?
Nein. Nur die Gesundheit kann uns stoppen. In dieser unverbindlichen, antisep-tischen, überdigitalisierten Demenzzeit gibt es nichts aufregenderes als in deiner dirty Rock'n'Roll-Band zu spielen. Zusammen auf der Bühne abzudrücken und diese Musik zu spielen ist unschlagbar.

Seit dem 22. Februar 2013 ist euer neues Album «DIRTY DYNAMITE» erhältlich. Seit ihr mit dem Endprodukt zufrieden?
Das kann man sagen! Aber viel wichtiger ist, dass die Rockfans dieser Welt dieses Teil abfeiern und zufrieden sind – das haben wir so nicht erwartet. Es sind die Früchte von fast zwei Jahren intensivster Kompositionen und Studioarbeit. Wenn dich die Fans dann mit Platin auszeichnen, atmest du schon etwas auf.

Schreibt ihr eure Texte selbst? Wenn ja, wo lässt ihr euch am besten inspirieren? 
Es ist wie wenn zwei Wanderer auf einen Spatziergang gehen. Der eine findet witzige Sachen am Wegrand die er mitnimmt, der andere kehrt mit leeren Taschen zurück. Das Leben liefert genug Stoff, man muss es nur sehen und umsetzen. Ich achte immer darauf originelle Ausdrücke wie zum Beispiel «Bedside Radio», «Hoodoo Woman» oder «Rattlesnake Rumble» zu finden. Der grösste Anspruch ist: bei youtube muss der Titel zu oberst auftauchen.

Wie sieht eure Agenda für das Jahr 2013 aus? 
Möglichst viele Konzerte in ganz Europa, dann im 2014 in Asien und den USA – wo immer sie uns wollen, werden wir rocken.

Was hört ihr privat für Musik?
Alles querbeet von Beethoven bis ZZ Top. Es gibt nur gute oder schlechte Musik. Wir stehen auf keinerlei Soundpolizei, jedem das seine.

Mit welchem Künstler würdet ihr gerne einmal eine gemeinsame Platte produzieren? 
Mit Quentin Tarantino.

Welche Ortschaft, die ihr auf der Tournee mit eurer Musik  beglückt habt, hat bei euch am meisten Eindruck hinterlassen und weshalb? 
Jede Stadt ist anders und hat ihren eigenen Charme. Viele davon waren einmalige Highlights – egal ob Tokio, London, L.A., New York oder San Antonio/Texas. Aber auch hierzulande gibt es magische Bühnen, wie zum Beispiel das Kofmehl Solothurn oder das Volkshaus Zürich.

Was möchtet ihr euren Fans noch mitteilen?  
Ein grosses Dankeschön für euren anhaltenden Support. Ohne euch wären wir nicht was wir sind. Glaubt an euch, lasst euch nicht von falschen Predigern und Politiker verarschen. Haltet weiterhin die Flamme des echten, handgemachten Rocks am brennen. Das Leben ist kurz – feiern wir es!  

 

Steckbrief

Homepage: www.krokusonline.com 

Wohnort: Solothurn/Hawai
Geburtsdatum: 24. Oktober 1951 
Sternzeichen: Skorpion

Hobbys: Ich hasse dieses Wort! 
Lebensmotto: Kämpfe mit grossem Herzen, gib niemals auf und lausche den Kindern.

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